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Zur Bedeutung
einiger Ortsnamen im nördlichen Hoyaer Land
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Wenig Probleme scheint auf den ersten Blick
die alte Grafenstadt zu bereiten: In der
Heiligenchronik „Die Wunder des heiligen Bernward“ wird um 1050
ein königlicher Beamter namens Thietmar erwähnt, der
um die Jahrtausendwende in
vico Hogen iuxta
Wiseram fluvium lebte, also in
einer „Kaufmannssiedlung Hogen am Weserfluss“, was in der Regel auf
Hoya bezogen wird. Der Name Hogen
wird
dabei meist als zu hōh gehörig gedeutet, also „hoch“ (in
altniederdeutscher Schreibweise, die Aussprache ist wie beim heutigen
Wort). Das kann eigentlich nur bedeuten,
dass in
vorgeschichtlicher Zeit ein Hochufer vorhanden war, das heute durch
die seitdem aufgetretenen Auenlehmablagerungen nicht mehr erkennbar
ist, denn Bodenerhebungen irgendwelcher Art sind ja – außer
dem Weserdeich – in der näheren Umgebung nicht auszumachen, und
auch der Ort selbst liegt in keiner Weise erkennbar höher als das
Umland, insbesondere Alt-Hoya, das auf dem rechten Flussufer auf einer
heute nicht mehr erkennbaren Flussinsel liegt.
Eine
andere Möglichkeit wäre, dass sich „hoch“ entweder auf
die erste Burg an diesem Weserübergang („die hohe Feste“)
oder den Übergang selbst („die hohe Furt“) bezieht. Die
Deutung als „hohe Feste“ wird immerhin durch den Flurnamen Alte
Hoya für das Gelände um den früheren Bahnhof
gestützt; dort hat sich einer Anmerkung des Barock-Kartografen
Matthäus Merian zufolge bis 1295 eine erste Burganlage befunden,
die später durch das heutige Grafenschloss auf dem rechten
Weserufer ersetzt wurde. Ebenso ist in den Verwaltungsakten der
Grafschaft oft von „der Hoya“ die Rede, wenn es um die Burg geht. Für das Spätmittelalter sind dann mehrere Formen des Ortsnamens überliefert: Als etwa Graf Gerhard III. im Jahr 1358 von den Zinnen seiner Festung herab den Bremer Kriegsschiffen eine lange Nase dreht, weil sie es mit ihren Pechschleudern im strömenden Regen nicht schaffen, das Bauwerk in Brand zu setzen, schleudert er ihnen ein höhnisches Wanne, stolten Lüde! Wilt jy my de Hogen afwinnen? entgegen („Daneben, ihr stolzen Leute! Wollt ihr mir die Hogen abgewinnen?“), im mündlichen Gebrauch schien sich also nichts geändert zu haben. Daneben finden wir aber auch in einer viel früher, das heißt um etwa 1260 entstandenen Artusdichtung, dem sogenannten „Jüngeren Titurel“, dass der Ort plötzlich Hoie genannt wird, und der der Minnesänger Frauenlob besingt Graf Gerhard II. nur wenig später als helt von der Hoye. Um die Verwirrung noch zu steigern, nennt sich ebendieser auf seinem von 1281 datierenden Siegel schon ganz modern Gerhardus de Hoya, auf der ältesten erhaltenen Karte der Diözese Bremen von 1585 ist der Ort aber immer noch als Hoye eingezeichnet. Für dieses Durcheinander sind zwei Spracheigentümlichkeiten verantwortlich: Zum einen gibt es offenbar im Verlauf des Mittelalters eine mehr oder weniger starke Tendenz, -g- in der Wortmitte von Ortsnamen zu -j- (meist „y“ geschrieben) oder -i- zu verschleifen. Davon betroffen sind beispielsweise das zwischen Höxter und Detmold gelegene Oeynhausen, das früher Ogenhusen hieß, oder Mayen, das zuerst als Meginovelt belegt ist, aber vor allem im nördlichen Mittelweserraum häufen sich die Fundstellen: Overen Buegen und Neddern Buegen (im Wienberger Weserbogen) werden zu Oberboyen und Niederboyen, die Ortsteile der Gemeinde Weyhe sind in alten Urkunden um 1300 noch als Kerckwege und Suthweige genannt, und auch Dreye geht wahrscheinlich auf ein älteres *Drēge zurück. Darüber hinaus dürfte Barrien ein älteres *Bargen zugrunde liegen, das hervorragend zu der Lage der Siedlung am Anberg der Syker hohen Geest passt, und so wird eben auch Hogen zu Hoye beziehungsweise de Hoyen, letztere Form ist aus der Zeit um 1500 überliefert. Eine gleichartige Entwicklung von Ortsnamen finden wir übrigens interessanterweise auch in Dänemark (vergleiche Eystrup) sowie – nicht auf Ortsnamen beschränkt – viel weiter östlich, in den Dialekten Brandenburgs bzw. des früheren Hinterpommerns oder Ostpreußens, wo man ja bekanntlich „jejen die Rejierung“ sein kann oder „Sand inne Oojen jefloojen“ kommt. Das zweite Phänomen besteht in einer Marotte der kaiserlichen Kanzleischreiber, die bei Ortsnamen, die auf unbetontem -e auslauteten, gerne stattdessen ein lateinisch angehauchtes -a setzten, was dann von den Schreibern der kleineren Adelshöfe dann eifrig nachgeahmt wurde. Der Grund für diese Mode mag – neben dem Wunsch, besonders gelehrt zu klingen – in einer unbewussten Angleichung an Namen wie Jena, Nebra oder Fulda liegen (deren a-Endung von -aha, einem alten Wort für „Wasser“ kommt), möglicherweise ging es aber auch um eine „besonders deutliche Aussprache“ beim Diktieren der Urkunden oder um eine Unterscheidung zu anderen Namen; so heißt etwa das Magelsen an der alten Weserfährstelle gegenüberliegende Rieda noch im 18. Jahrhundert Riede, und in diesem Fall wird man das -a eingeführt haben, um es gegenüber dem gleichnamigen Ort zwischen Thedinghausen und Weyhe abzusetzen. Was auch immer die Ursache letztendlich war, durch den amtlichen Sprachusus erhielten jedenfalls unter anderem die Ortsnamen Apolda (früher Apolde), Bischoffswerda (früher Bischoffswerde), Rheda (früher Rethe), Vechta (früher Vechte) und eben auch Hoya ihre heutige Form, und aufgrund des hohen Ansehens der kaiserlichen Kanzleisprache (aus der sich die moderne hochdeutsche Sprache entwickelt hat) ging die veränderte Schreibung dann schließlich in den mündlichen Gebrauch über. Dies ist im Wesentlichen die Deutung des Namens Hoya, wie man sie in älteren regionalgeschichtlichen Werken oder – in verkürzter Form – in Ortsnamenlexika findet, etwa dem Duden-Bändchen „Geographische Ortsnamen in Deutschland“ (2. Auflage 1999). Leider hat die Sache einen kleinen Haken: Um von Hogen nach Hoye kommen zu können, haben wir ein -n unterschlagen müssen, außerdem benutzt Graf Gerhard 1358 den bestimmten Artikel und spricht von de Hogen, was auffallend zum heutigen niederdeutschen Namen von Hoya passt, der de Haaien lautet. Ohne die schriftliche Fixierung durch die Kanzleisprache hat die „natürliche“ Sprachentwicklung also offenbar von de Hogen über de Hoyen zu de Haaien geführt, aber wenn dies „die Hohe“ bedeuten sollte, müsste es sowohl in Gerhards Muttersprache, dem Mittelniederdeutschen, als auch im heutigen Niederdeutschen de Hoge heißen, also ohne -n stehen. Liegt also ein Plural zugrunde, etwa „die Hohen“, so wie man früher die in Magelsen gegenüber der Hausnummer 10 abgehende Straße „die Specken“ nannte? Aber was wäre dann damit gemeint? Darüber hinaus ist die Frage der Lautentwicklung von nicht unwesentlicher Bedeutung. Bei einer Herleitung von hōh sollte die heutige niederdeutsche Namensform eigentlich keine Öffnung des Vokals zu -a- aufweisen, sondern müsste wie der das normale niederdeutsche Wort hoge ausgesprochen werden (also mit [ou]-Laut wie im englischen boat). In diesem Zusammenhang ist es außerdem fraglich, ob der Name im Mittelalter bereits wie heute ein geschlossenes „o“ aufwies („Hoh-je“ bzw. „Hoh-ja“), was bei einer Herleitung von hōh ebenfalls naheliegend wäre. Die Stelle im „Jüngeren Titurel“ von 1260 spricht eher dagegen, denn dort reimt sich Hoie auf Urrepans de Tschoie, den Namen der Gralsträgerin, der wohl, da er die Eindeutschung des altfranzösischen joie darstellt, mit kurzem offenen Vokal (also wie „Tscheue“) ausgesprochen wurde. Es wäre auch eher verwunderlich, wenn sich aus einem geschlossenen „o“ (wie in „Ofen“) das lange, offene -a- von de Haaien entwickelt hätte, während dies bei hypothetisch vorausgesetztem offenen „o“ (wie in „offen“) kaum Probleme bereitet. Interessanterweise gibt es
an
einem
Flachuferabschnitt der Oberweser zwischen Hameln und Bodenwerder
einen Ort namens Hajen, der
1017 in einer Urkunde Kaiser
Heinrichs II. als Besitz des dortigen Frauenklosters Kemnade
ebenfalls unter dem Namen Hogen
aufgeführt wird. Wir
haben es also möglicherweise mit einer im Wesergebiet (dem
ehemaligen Stammesland der Angrivarier) verbreiteten Ortsbezeichnung
zu tun, die etwas mit der Lage am Fluss zu tun haben könnte. Es
ist sogar gut möglich, dass mit dem 1050 erwähnten Hogen dieser Ort gemeint war, der
ja wesentlich näher an Hildesheim (wo Bernward Bischof war) liegt
als Hoya. Wie dem auch sei – ein Blick ins Wörterbuch belehrt uns, dass es im Mittelniederdeutschen eine Reihe von Dialektformen namens höü, hey, hou, hog, hoyg, hoye usw. gab, die alle dasselbe bedeuteten, nämlich „Heu“. Wenn man die (schriftlich nicht belegte) sprachliche Vorform im Altniederdeutschen den uns bekannten Lautgesetzen gemäß rekonstruiert, ergibt sich das Wort *hôgi, was zu einer hypothetischen frühesten Ortsnamenform *de Hôgin und einer Deutung führt, die etwa als „die heureichen Wiesen“, „die Heuinsel“ oder dergleichen anzunehmen wäre. Dies passt hervorragend zur Lage Hoyas in den Auenwiesen der Weser, kann auch für das Hajener Flachufer am Oberlauf des Flusses angenommen werden und findet darüber hinaus viele weitere Parallelen: In Bremen-Gröpelingen ist der alte Flurname auf den Heuen in einer Straßenbezeichnung erhalten, in Groß Hehlen bei Celle gibt es einen ähnlichen Flurnamen auf den Hoyen, und im flämischen Gent ist noch heute der außerhalb der alten Stadtmauer gelegene Beginenhof Onze-Lieve-Vrouw ter Hoyen („Liebfrauenhof auf den Hoyen“) zu besichtigen, der Mitte des 13. Jahrhunderts auf einem zwischen der Schelde und dem Altarm Klein-Scheldeken gelegenen Flusswerder namens Groene Hooie oder Groene Hoye errichtet wurde. Die nahe gelegene Hooiport („Heutor“) macht deutlich, dass es auch bei dieser Benennung nicht um eine erhöhte Lage des Ortes gegangen ist. Was die Lautentwicklung von -oi- zu -ai- angeht, heißt „Heu“ zwar heute im hiesigen Niederdeutschen Hau, es gibt anderswo aber auch die Form Hai sowie im benachbarten Friesischen Haa oder Haai, außerdem ist dort für den Monat Juli – den „Heumonat“ – die Form haaimoanne belegt, was eine parallele Lautentwicklung wie bei de Haaien nahelegt. Die Lösung des
Rätsels
lautet also vermutlich, dass Heinrich
Albert Oppermann recht hatte,
als er Hoya in seinem Roman „Hundert Jahre“ hinter dem Inkognito
„Heustedt“ verbarg: Hoya
ist vermutlich sowohl hinsichtlich der a-Endung
als auch, was den langen, geschlossenen o-Vokal
angeht, eine rein hochdeutsch-schriftsprachliche Form, die ihre
Entstehung den Kanzleigepflogenheiten verdankt und nichts mit der
Bedeutung „hoch“ zu tun hat. Die mündlich verwendete alt-
bis neuniederdeutsche Form des Namens scheint dagegen auf einen
Ursprung hinzuweisen, der mit dem Heureichtum der örtlichen
Auenwiesen zu tun hat: *de
Hôgin
– de
Hogen – de Hoyen – *de
Hajen – de Haaien. |
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Die Stadt an der Aller ist zuerst mehr
oder weniger sicher 786 in Einhards Lebensbeschreibung Karls
des
Großen als Fardium bzw.
Phardum in pago qui dicitur Sturmi („Phardum
in
dem Sturmi genannten Gau“) belegt, als nächstes
folgen
810 und 932 die Formen Ferdi bzw. Verdiun. Die Lage an einem
natürlichem Flussübergang legt eine Deutung als „bei
der Furt“
nahe, allerdings lautet die entsprechende rekonstruierte
altniederdeutsche Form dieses Worts *ford,
hat also den falschen Vokal. Man kann nun entweder annehmen, dass ein
Zusammenhang mit der hypothetischen Nordwestblocksprache
vorliegt (in der beispielsweise „Furt“ eben *fard hieße), oder den
Ortsnamen
vom altniederdeutschen fard =
„Fahrt“ herleiten, sodass eine
mögliche Erklärung etwa „bei der (Über-)Fahrt“ wäre. Die Frage wird durch einen Ortsnamen Tuliphurdum bzw. Τουλίφουρδον (auch: Tulifurdun, Tulifordon oder Tulifurdon) verkompliziert, der in der Geographia des griechischen Gelehrten Claudius Ptolemäus aus dem 2. Jahrhundert für einen Ort angegeben wird, der ungefähr im Gebiet der nördlichen Mittelweser gelegen haben muss. Es besteht seit jeher Uneinigkeit, ob damit Verden oder das nahe gelegene Dörverden gemeint waren, für Letzteres spricht die Vorsilbe, bei der sich allerdings die lautliche Entwicklung von Tuli- zu Dör- nicht schlüssig erklären lässt. Der Fund antiker Schiffsteile keltischer Machart aus dem 1. Jahrhundert vuZ in der Weser bei Dörverden wurde früher ebenfalls als Beleg für die Identität dieses Ortes mit Tuliphurdum angenommen, aber sicher ist dort nicht das einzige Handels -oder Kriegsschiff aus dem Süden gesunken, das jemals die Weser stromaufwärts gefahren ist, und wir wissen von antiken Schriftstellern, dass kurz nach der Zeitenwende eine römische Flotte die Weser aufwärts gefahren ist, auf deren Informationen Ptolemäos hätte zurückgreifen können. Von
der
Archäologie her zeigt sich ohnehin im Großen und Ganzen
Verden (trotz des großen eisenzeitlichen Friedhofs in
Dörverden) als
der auch
vorgeschichtlich wichtigere Ort, sodass Tuliphurdum wohl hier zu
suchen ist. Dies würde in sprachlicher Hinsicht ein Weiterleben
von nicht lautverschobenem
germanischen *furduz
bedeuten, welches *ford und
dem heutigen Wort Furt
zugrunde liegt, allerdings ist damit noch nicht geklärt, warum der
Vokal später zu -a-
geworden
wäre; möglicherweise liegen nicht mehr rekonstruierbare
Dialektverhältnisse oder Kopistenfehler beim Anfertigen der
mittelalterlichen Abschriften zugrunde (siehe die Variante Tulifordon). Nicht ganz einfach zu beantworten ist auch die Frage
nach der Bedeutung von Tuli-,
das in dieser Deutung irgendwann weggefallen sein muss. Man
könnte
eine
Ableitung von indoeuropäisch tel-
= „tragen“ annehmen, aber dann müsste es entsprechend der
germanischen
Lautverschiebung *þulifurdun
(þ = th wie im Englischen) heißen,
was
Römer und Griechen vermutlich als *Thulifurdum
wiedergegeben hätten. Außerdem ist eine „Tragefurt“ weder in
semantischer noch in morphologischer Hinsicht
besonders befriedigend, und man müsste wieder auf ein unbekanntes
Nordwestblockwort ausweichen, um den falschen Anlaut zu erklären. |
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| Eitzendorf
Zum ersten Mal 1124 als Etzendorpe, dann um 1250 als Etziendorp belegt. Pastor Soltmann nahm auch hier an, dass der Ortsname auf eine Gründerpersönlichkeit mit dem Namen Etzo oder Eitzo zurückgeht, deren Name sich tatsächlich in alten Urkunden als althochdeutsch Îtzo, Eitzo, Egitzo oder Agitzo findet und die Grundlage des Familiennamens Eitzinger (= „die Leute des Eitzo“) bildet. Problematisch ist hierbei, dass der Name nur in Süddeutschland belegt ist und auch typische Anzeichen der oberdeutschen Lautverschiebung zeigt, wie etwa den Übergang von langem î zu ei. Wir müssten also annehmen, dass der Ortsgründer aus dem Bayerischen zugewandert wäre, was einigermaßen unwahrscheinlich ist. Wesentlich eleganter lässt sich der Name
erklären,
wenn
wir ihn mit ähnlichen norddeutschen Ortsnamen wie Celle
(aus Kellu, Kiellu), Zeven (aus Kevena,
Kivinana), Itzehoe (aus Ekeho,
„Eichenwald“) oder dem nahegelegenen Ritzenbergen
(aus Rikinburgi)
zusammenbringen, bei denen sich jeweils ein gesprochenes k
vor hellem Vokal im Laufe der Zeit in ein gesprochenes tz
verwandelt hat.
Wir kennen dieses als „Zetazismus“ bezeichnete Phänomen auch
aus dem Lateinischen, wo Cäsar („Tzähsar“) zur klassischen
Zeit
„Kaissar“ ausgesprochen wurde, oder
bei der mittelalterlichen Eindeutschung von Matilde
di
Toscana zu Mathilde
von Tuszien. Die Ursache der
Lautverschiebung im Mittelniederdeutschen hängt offenbar mit einer
gleichzeitigen
Entwicklung im benachbarten Englischen und Friesischen zusammen,
bei der aus cirice = „Kirche“
und cyse = „Käse“ (c gesprochen wie k) die neuenglischen Wörter church und cheese beziehungsweise altfriesisch
zerke/ziurke und zise hervorgingen. Warum sich das
Phänomen aber im Niederdeutschen auf Ortsnamen beschränkt,
ist vollkommen unklar, unter anderem deshalb, weil in der schriftlichen
Überlieferung zwischen dem Hêliand des 9.
Jahrunderts und der ältesten erhaltenen Handschift des Sachsenspiegels
aus der Zeit kurz vor 1300 eine ziemlich große Lücke klafft,
aus der so gut wie keine Zeugnisse überliefert sind.
Möglicherweise handelte es sich in
Wirklichkeit um eine Entwicklung der gesamten Sprache, die später
durch den Einfluss des Hochdeutschen wieder zurückgedrängt
wurde und nur bei Ortsnamen erhalten blieb (insbesondere scheinen Namen
mit ēk = „Eiche“, bōk = „Buche“ und bēke
= „Bach“ betroffen zu sein, siehe Wesche, H.: Zetazismus in
niedersächsischen Flurnamen. In: Indogermanica. Fs. fW Krause,
Heidelberg 1960, 230-248). Diese Erklärung hilft übrigens auch, den scheinbar nicht lokalisierbaren Ortsnamen Ekina bzw. Ekynon zu erklären, der 860 in den „Wundern des heiligen Willehad“ für den Sturmigau genannt wird. Es handelt sich dabei einfach um das südlich von Verden gelegene Eitze (historisch: Etzena, Eitzena) vor dem Einsetzen des Zetazismus, nicht um das Ekelmoor (historisch: Eikloher Moor) bei Sittensen, wie gelegentlich angenommen wurde. Von Interesse ist außerdem
noch der Name des
Eitzendorfer
Ortsteils Holsten, für den noch im 18. Jahrhundert ein
Adelshof belegt ist. Holsten ist auch der ursprüngliche
Name von Holstein, das für die Zeitenwende von
Ptolemäos
als anfänglicher, nordelbischer Sitz des germanischen Stammes
der Saxones genannt wird, und der üblichen Namensdeutung
zufolge geht es hier um das Land der Holtsati, also der
„Holzsassen“ oder „Waldbewohner“ (vergleichbar finden wir 860
als Gaunamen Waldsati für die Gegend zwischen Bremen und
Zeven). Wir könnten nun annehmen, dass eine ähnliche
Erklärung für das Eitzendorfer Holsten zutrifft,
ebenso
plausibel ist aber die Hypothese, dass der Adelshof auf
sächsische
Edellinge aus Holstein zurückging, die hier im Verlauf der
Sachsenwanderungen ansässig geworden sind und sich zum Herrscher
über die einheimische Vorbevölkerung gemacht haben
(allerdings saß hier im 18. Jahrhundert eine Unterabteilung derer
von Wechelde). |
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Der zwischen Magelsen und Wechold gelegene zweite Siebenmeierhof in der näheren
Umgebung Magelsens ist zuerst als Würden,
Worden oder Woerden belegt. Die Deutung gibt
zunächst Probleme auf, da der Ort der Bodenkarte zufolge auf der
Niederterasse liegt und eine Herleitung von Werder = „Flussinsel“ sehr
unwahrscheinlich ist. Bahlow fällt wie üblich
nur „ein altes Wort für Sumpf und Moder“ ein, greifen wir also zu
Grimms Wörterbuch, wo wir mittelniederdeutsch wurt, wort, wurde, worde = „ein Stück Land,
worauf ein Hof mit seinen Nebengebäuden steht“ finden. Dies ist
bereits die Bedeutung, da der Wührden
ja von alters her ein
auffällig großer Einzelhof war. Der Ausdruck leitet sich ab
von
urgermanisch *wurþa- =
„abgesondertes Stück Land“, das wiederum auch die Grundlage der
Wörter Wurt
oder Werder ist. |
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Für die nördliche Nachbargemeinde Magelsens, deren Name in vielfältigen Varianten als Oste, Oesthe, Obishusen, Hoste oder Oisthausen überliefert ist, sind verschiedene Erklärungen vorgebracht worden, etwa die als Verkürzung von Oi-Stede, wobei oi als altes Word für „Insel“ interpretiert wird (vor der pommerschen Ostseeküste finden wir beispielsweise die Insel Greifswalder Oi), das zu einem nicht mehr erkennbaren Flusswerder zwischen zwei Weserarmen gehören soll, der Ort hieße also „Insel-Stätte“. Dagegen spricht, dass solche Flussinseln in Nordwestdeutschland eben in der Regel als „Werder“ bezeichnet werden (wie das Dorf an der Weser gegenüber Achim oder die Gegend um das Weserstadion in Bremen) und das Vorkommen von oi oder ø auf den baltisch-skandinavischen Raum beschränkt zu sein scheint. Prosaischer ist die Deutung des Ortsnamens, wenn wir in Oiste
den – allerdings reichlich
verschliffenen – Nachfahren des
860 in den „Wundern des heiligen Willehad“ genannten Otishusun
sehen wollen. Da Otishusun
im hiesigen Largau gelegen haben
soll und wir
keinen anderen Ort
kennen, dessen heutigen Namen wir damit in Verbindung bringen
können,
dürfte dies die richtige Erklärung sein; die Endung -ste könnte auf den Einfluss
des nahe gelegenen Varste
zurückgehen. Hinsichtlich der Deutung könnte man
zunächst auf „Ottoshausen“ kommen und den Namen auf einen
Ortsgründer „Otto“ (altniederdeutsch Oto) beziehen, aber dann
müsste es aber eigentlich grammatisch korrekt *Ottenhusun heißen, wie etwa
bei dem in Nordwesteutschland häufigen Ortsnamen Ottensen oder Ottenhusen in der Schweiz (der
starke Genitiv auf -s ist in
Ortsnamen eher selten). Man kann allerdings auch beide Deutungen miteinander
verbinden: Falls Otishusun
ein Hör- oder Schreibfehler ist und das Grundwort in Wirklichkeit Obis- lautet (siehe eine der
Varianten oben), könnte man den Namen wie bei dem in der Nähe
Wolfsburgs gelegenen Oebisfelde
auf altniederdeutsch Owe, Ove = „wasserumflossenes
Wiesenland, Flussaue“ zurückführen, was ja ganz der Lage
Oistes
zwischen dem heutigen Flussbett der Weser und diversen Altarmen
entspricht. |
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Der zuerst 1186 als Blenderen belegte Ort weist
in
seiner
Umgebung einige der ältesten Besiedlungsspuren an der
nördlichen
Mittelweser auf, es verwundert daher nicht, dass der Ortsname nicht von
einem germanischen Kolonisatorennamen her deutbar ist. Das -en des ursprünglichen Namens
(im heutigen Niederdeutschen heißt das Dorf ebenfalls noch Blendern) ließe sich noch als
Verschleifung von -husun oder -hem deuten, aber Blender wirkt eher wie ein
Gewässername, und ein Blick in die Wörterbücher
fördert so seltsame Verwandte wie altschwedisch blena =
„Bläschen“
oder altniederdeutsch bilene
= „Bilsenkraut“ zu Tage. Verwandte Ortsnamen sind wohl Blenhorst bei Balge, Blindheim an der Donau (in England,
wo dieser Ort wegen der dortigen Schlacht bekannt ist, wird er Blenheim genannt), der Blenne-Bach im Lottental bei Bochum
(heute Bleeßbach)
oder Blindheim in Norwegen.
Hier haben wir wahrscheinlich einen der Fälle, wo
man der Bahlow'schen Sumpfschule folgen und den Namen eines
Moorgewässers annehmen sollte. In dieser Deutung folgt Blender aus indoeuropäisch *bhlendh = „trübe sein oder
machen, irren, schlecht sehen“, was zu urgermanisch und
altniederdeutsch *blandan =
„mischen, trüben“ führt. Das englische Wort blend bedeutet noch heute
„Mischung“ und ist dem deutschen Konsumenten ja als Bezeichnung
für Kaffee- oder Tabakmischungen bekannt. Damit ergibt sich eine
Rekonstruktion als *Blandara
oder *Blendara = „trübes
Wasser, Moorwasser“ (man denke an Ortsnamen wie Muddy Flats oder Muddy River in Nordamerika)
zusammen mit einem stark verschliffenen -hem, -husun oder (am wahrscheinlichsten) -ina = „Wohnstätte“, siehe Varste.
Wahrscheinlich trug zuerst der Blender
See den Namen, der dann auf
den Ort übertragen wurde. |
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Der erst ab dem 13. Jahrundert sicher als Verste oder Vorste überlieferte Ort ist
vielleicht mit Faristina
identisch,
einem Ort oder Bach, der in den (allerdings gefälschten)
Gründungsurkunden der Bistümer Verden und Bremen aus der Zeit
um 800 und im
11. Jahrhundert bei Adam von Bremen
als
Grenzangabe genannt wird (eine andere Möglichkeit dafür ist
der Langwedeler Mühlenbach). Varste
gehört zu den nordwestdeutschen Ortsnamen auf -ste, die von einigen
Sprachwissenschaftlern als Überbleibsel der sogenannten „Nordwestblocksprache“
angesehen werden (Hachmann, R., Kossack, G., Kuhn, H.: Völker zwischen Germanen und Kelten,
Neumünster 1962). Ähnliche Namen wären beispielsweise
das nicht weit entfernte Leeste
(1185 als Leste), Geeste, Dorsten
(aus Durstina), die Oste, Hingste,
Westen an der
Aller
(ältester Beleg Westene,
vielleicht aus *Vestina) oder Segeste südlich von
Hildesheim;
im Lipper Land gibt es ebenfalls ein Varste. Als Bedeutung für -ina wird mitunter „Bach“ angenommen, da die Endung in vielen alten Bachnamen vorkommt, etwa beim Richer Bach (aus Ricchina), der Semme (aus Siemina) oder dem Olfenbach (aus Uluina) in Hessen. Das Element -st-, das in verschiedenen indoeuropäischen Sprachen vorkommt, soll dabei Zugehörigkeit ausdrücken, Fari-st-ina könnte also beispielsweise der „Ferkelbach“ sein, nach urgermanisch *farha, altniederdeutsch for = „Ferkel“ (Näheres zu -st- siehe Krahe, Hans: Über st-Bildungen in den germanischen und indogermanischen Sprachen, in: PBB 71 (1949), S. 225-250). Ebenso plausibel ist
aber bei Ortsnamen eine allgemeine Herleitung von -ina aus
urgermanisch *enn =
„Wohnstatt“,
vergleiche etwa altfriesisch *innia
= „beherbergen, einschließen“, neuenglisch inn oder Eitze aus Ekina (= „Wohnstatt bei den Eichen“
oder „Eichenbach“?). Ein ähnlicher Fall findet sich etwa im Emsland,
wo der Ortsname Borsum auf Bursina oder Brussina zurückgeht. Farist
könnte
dann ein sehr alter Name mit superlativischer -st-Endung sein, man denke etwa an
den
mythischen angelsächsischen Eroberer Hengist, den bei Caesar
überlieferten Suebenfürsten
Ariovist oder den cheruskischen Namen Segest(es). Die Ortsgründung
würde damit in beiden Fällen weit vor die
Völkerwanderungszeit zurückreichen. Als weitere Möglichkeit ergäbe sich
natürlich auch die simple Ableitung von althochdeutsch vorst = „Forst, königlicher
Wald“, allerdings ist nicht bekannt, ob sich das auf alten Karten zu
findende Waldgebiet Blender Holz,
das hierfür am ehesten in Frage käme, in der fränkischen
Zeit im Eigentum des Königs befand. Schließlich ließe
sich der Ort noch als verkürztes
*farstede = „Fahr-Stätte“ deuten, was sich etwa auf einen
wasserfreien Durchgang im alten Bruchwald beziehen könnte,
ähnlich wie bei den vorgeschichtlichen Bohlenwegen, die man im
Wittemoor im Oldenburger Land entdeckt hat; eine andere Interpretation
für denselben Namen wäre „Ferkel-Stätte“, z. B. wegen
auffällig intensiver Schweinehaltung der Ureinwohner. Eine
endgültige
Klärung wird wohl nicht mehr möglich sein. |
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Holtum
wurde wie Magelsen zum ersten Mal im Jahr 935 unter dem Namen Holthem
erwähnt, wobei allerdings nicht klar ist, ob damit Holtum-Geest
oder Holtum-Marsch gemeint
war. Die Namensbedeutung bereitet
allerdings in beiden Fällen keine größeren
Schwierigkeiten, Holthem lässt sich als
altniederdeutsch holt-hēm lesen, also „Holzheim“ (=
„Siedlung im Wald“), das eben jeweils auf der Geest bzw. in der
Marsch liegt. |
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Der Name scheint sich von selbst aus niederdeutsch Hus = „Haus“ und -stedt = „Stätte“ zu
erklären; allerdings ist noch erwähnenswert, das mit Hus im Mittelalter eher ein einzeln
gelegenes herrschaftliches Besitztum gemeint war als ein Gebäude
allgemeiner Art. Nördlich von Celle gibt es beispielsweise das Gut Hustedt, möglicherweise
gab es also auch in diesem Martfelder Ortsteil
früher einen Herrensitz. |
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Dieser Ort in der Nähe Blenders wird zuerst 1260 als Eissensete erwähnt, was zu der Deutung „Sitz der adeligen Familie Eisse“ geführt hat. (Falls das stimmt, war die Familie vielleicht auch im nahen Eißel nördlich von Thedinghausen ansässig, das dann in *Eisse-lô zu trennen wäre = „Wald der Familie Eisse”). Dieser Name hätte allerdings nichts mit „Eisen“ zu tun (wie etwa die Familiennamen Eisner oder Eis), da das Ei- nicht aus der hochdeutschen Diphtongierung entstanden sein kann; eher liegt ein altfriesischer oder altsächsischer Name mit dem Bestandteil ēs = „Ase“ (Gott) zugrunde (was zumindest bei Eißel eine eher religiös-kultische Bedeutung nahelegt). Eine interessante Möglichkeit wäre, dass wie
bei Eitzendorf ein Fall von Zetazismus
vorliegt,
und der ursprüngliche Ortsname in Wirklichkeit *Ēkensete
oder *Ēkenstede = „Eichenstätte" gelautet hätte. In
Ermangelung früherer Belege des Ortsnamens bleibt das zwar
nur Spekulation, die aber wegen der dann problemlosen Deutung von Eißel und Eissel (am Zusammenfluss von Weser
und Aller) aus *Ēkenlô
= „Eichwald" ein gewisses Gewicht erlangt. |
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| Morsum Die
erste Erwähnung erfolgt relativ spät 1486 als Morsum oder Lerdorpe, wobei Lerdorpe wahrscheinlich der
ältere Name ist. Als Erklärung bieten sich
„Viehkoppel,
Pferch“ für Ler (siehe Largau)
und „Moor-Heim“ oder „Morsch-Heim“ für Morsum an, wobei „morsch“ hier im
Sinne einer modrigen Sumpflandschaft in der Flussaue zu verstehen
wäre. Alternativ wäre noch an die Herleitung von einem
Ortsgründer namens Morolf
oder Morhard zu denken,
dessen Rufname etwa *Mori
gelautet hätte, oder an einen Zusammenhang mit urkeltisch *moro- = „Brombeere“ bzw.
isländisch mori =
„torffarben“. |
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Der Ort liegt an der sogenannten „alten Aller“, durch
deren Flussbett die Aller noch in der frühen Neuzeit nördlich
des heutigen Flusses ihren Lauf nahm und die noch weiter zurück in
der
Vergangenheit auch einmal der Hauptstrom der Weser gewesen sein muss.
Hier bietet sich ein Zusammenhang
mit altdänisch vedel = Furt an, sodass sich die Bedeutung
„Lange Furt“ ergibt, vergleiche beispielsweise Langefurt 1780 für
den
Danziger Stadtteil Langfuhr.
Ein sehr alter Übergang ist
außerdem
archäologisch durch die Holzbohlen belegt, die 1934 bei den
Bauarbeiten zur Schleuse Langwedel in mehreren Metern Tiefe gefunden
wurden; möglicherweise ist die Ortsgründung im Zusammenhang
mit der Sachsenwanderung aus dem nordelbischen Raum zu sehen (siehe Magelsen). |
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Bei diesem 1258 erstmals erwähnten Dorf auf dem
Sandrücken
zwischen Langwedel und Achim ist nicht ganz
klar, ob die niederdeutsche Form des Ortsnamens, Davern oder Dabern, die Verschleifung eines
älteren Daverden ist,
oder ob letztere Form sich erst in
Angleichung an das nahe Verden bzw. das
südlich davon gelegene Dörverden
entwickelt hat und der Ort zuerst Dabern/Davern
hieß und etwa mit dem heute in Hannover eingemeindeten Davenstedt
(1022 Davenstide) verwandt
ist. (Interessanterweise lautet bei Dörverden
der heutige
niederdeutsche Name Dörbern.) Sollte Daverden
zuerst kommen, wäre schon wieder an eine Furt zu denken, was aber
ja auch schon für das benachbarte Langwedel
angenommen wurde. Die betreffende
Furt müsste also zu verschiedenen Zeiten verschieden benannt
gewesen sein, oder aber die Ortsgründungen liegen zeitlich sehr
weit
auseinander. Die Vorsilbe Da-
ist zu kurz, um irgendwelche sinnvollen Zuweisungen vorzunehmen,
vielleicht handelt es sich um eine Verkürzung von dal = „Tal“. (Nicht ernstzunehmen
ist die Erklärung, ein aus Bremen kommender Wanderer hätte
vom
Sandrücken aus die Domstadt gesehen und „Da! Verden!“ gerufen,
während er dann auf dem weiteren Weg nach Süden in
Dörverden gemerkt hätte, dass er „dör Verden
dörkaamen“, also durch Verden hindurchgekommen wäre...) Wenn wir aber wegen des -n am Ende ein zugrundeliegendes *Daverina rekonstruieren, könnte wegen niederdeutsch daven = „toben, lärmen, wüten“ die Bedeutung „Wohnstätte des Tobers“ lauten, falls dies ein im Frühmittelalter gebräuchlicher Spitzname war, aber das ist natürlich auch nur gelehrte Spekulation. Die wahrscheinlichste Lösung ist eine Verbindung mit Flur- und Ortsnamen wie Taubried, Taubenfeld, Taubenaue oder Tauberfeld, die nichts mit Taubenvögeln oder Gehörlosen zu tun haben, sondern auf die alte Nebenbedeutung „trocken, dürr, öde, wertlos“ für taub bzw. altniederdeutsch *dōf zurückgehen. *Daberina oder *Daverina wäre also die „Wohnstätte auf dem schlechten Feld“, was wegen des sandigen Bodens auf dem Dünenzug sehr gut passen würde. |
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Der Ort wird 935 in derselben Urkunde wie Magelsen zum ersten Mal als Rikinburgi erwähnt. Dies lässt sich auf den Personennamen Riko zurückführen, eine Kurzform von Namen, die auf -rik enden, also etwa Diederik, Hendrik, Alverik usw. (hochdeutsch entsprechend auf -rich). Das -burgi könnte man wie bei Wienbergen als „befestigter Hof“ deuten, da aber die Landkarte tatsächlich eine leichte Erhöhung zeigt, die vielleicht auf einen alten Hügel der Niederterasse zurückgeht, der heute durch die angeschwemmte Marsch kaum noch erkennbar ist, könnte auch tatsächlich ein „Berg“ gemeint sein, und die „Burg“ wäre ein Hörfehler des Schreibers. Statt eines Personennamens wäre aber auch an *riki, altniederdeutsch für
„Strecke,
Hecke, Gebüsch, Gebüschstreifen“ zu denken, sodass ein
Landschaftsname mit der Bedeutung „Buschberg“ zugrunde läge. Die
Entwicklung von -k- zu -tz- zeigt denselben Zetazismus wie Celle oder Itzehoe (siehe Eitzendorf), ein verwandter Name ist wohl Ritzebüttel,
heute ein Stadtteil von
Cuxhaven. |
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Bei Groß-
und Klein-Hutbergen
dürfte der nicht ortskundige Leser zunächst versucht sein, an
Hüte verschiedener Größe zu denken, aber der Vokal wird
kurz ausgesprochen – es heißt also „Huttbergen“. Das Hut- könnte entweder eine
Verkürzung von Hude
(siehe Obernhude)
oder eine Übernahme von Hütte
(mit entrundetem Vokal) aus dem Mittelhochdeutschen
sein, da das Wort im Altniederdeutschen nicht belegt ist. Am
wahrscheinlichsten ist aber ein Ortsgründer namens Huto oder Hutto, einer Nebenform von des im
Frühmittelalter weit verbreiteten Namens Udo. Da der Ort
erkennbar auf einer leichten Anhöhe in der Flussaue liegt,
erklärt sich das -bergen
von selbst (siehe auch Ritzenbergen). |
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Dieser Ort wird in derselben Urkunde wie Magelsen zuerst
935 als Omanthorp
erwähnt. Hier bietet
sich zunächst ein sehr alter Zusammenhang mit indoeuropäisch *am- = „Wassergraben, Flussbett“ an
(vergleiche etwa den Flussnamen Ohm), das
vielleicht als *ōmo im
Altniederdeutschen überlebt hat. Als zweite Möglichkeit
könnte der Name von
altniederdeutsch *ōm
= „Mutterbruder, altehrwürdige Person“ herstammen, was
beispielsweise der
Rufname des
Ortsgründers gewesen sein könnte; in
diesem Fall passt aber der Genitiv auf -an nicht (es müsste *Omesthorp heißen). Am
wahrscheinlichste ist angesichts der Lage in der
Überschwemmungszone der Weser und des geschichtlich jungen
Suffixes -thorp eine
Gründung in der
Völkerwanderungszeit mit dem Kolonisatorennamen *Amo oder *Omo, der eine Kurzform der uns
überlieferten altsächsischen Vornamen Amulbald, Amulgêr usw. darstellen
dürfte. Vermutlich verwandt ist der Name einer der gotischen
Köngissippen, die in den lateinischen Quellen als Amali auftauchen (Amaler). Eine nicht uninteressante Deutung bringt den Namen noch
mit Amisia zusammen, was
eigentlich der römische Name für die Ems war, aber als Ortsname
in der Beschreibung des Germanicus-Feldzugs
von 15/16 auftaucht. Die Übersetzung als Ems ist in diesem Fall aus
militärstrategischen Erwägungen heraus unverständlich,
was zu der Überlegung geführt hat, ob der Schauplatz der
Kampagne nicht die Weser gewesen sein und das Legionslager in Amedorf
gelegen haben könnte. Dafür fehlt allerdings jeder
archäologische Beweis. |
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Dieser 1124 zum ersten Mal erwähnte Ort liegt wie
die Nachbardörfer Ritzenbergen und Amedorf mehr oder weniger direkt an der Weser auf
einer Erhöhung der Niederterasse. Früher befand sich hier
eine hannoversche Zollstation für die per Pferdezug
flussaufwärts fahrenden Bremer Flussschiffer, sodass sich wie beim
holländischen Enschede eine
Erklärung wie etwa In de schede
= „in der (Grenz-)Scheide" anbietet. Nun ist aber für das Mittelalter hier eine derartige Zollstation gar nicht bekannt, und eine Grenze führte in historischer Zeit auch nie durch den Ort (die Grafschaft Hoya endete etwas weiter südlich in Oiste), der 1281 auch als Inschen belegt ist, wie der Ort noch heute im Niederdeutschen heißt. Es fällt allerdings schwer, eine sinnvolle andere Bedeutung zu finden. Verwandte Namen gibt es nicht viele in Deutschland: Ensch an der Mosel geht auf ein gallokeltisches Anciacum zurück, was hier an der Mittelweser natürlich weniger in Frage kommt; und die Ortsnamen auf -scheid liegen meist im Rheinland und in Westfalen in Mittelgebirgslagen, weswegen von der Ortsnamenforschung als Bedeutung beispielsweise „Hügelkuppe“ angenommen wird. Das lässt sich allerdings nicht ganz ausschließen, da ja die leichte Anhöhe, auf der Intschede liegt, in den Zeiten vor der mittelalterlichen Auenlehmanschwemmung noch etwas markanter gewesen sein muss als heute. Für den Namensbestandteil Int- könnten wir auf
altniederdeutsch *entisk =
„riesig“ zurückgreifen, beispielsweise weil der Hügel den
Erstsiedlern so enorm groß vorgekommen wäre (alles ist
relativ...) oder hier noch Megalithgräber aus der Jungsteinzeit
gestanden hätten, was wegen der hochwasserfreien Lage ebenfalls
nicht
unwahrscheinlich ist. (Auf das Wort *entisk
gehen übrigens die Ents
im „Herrn der Ringe“ zurück, dessen Autor Tolkien ja für
seine
erfundene Mythologie im
großen Umfang auf alte germanische Sprachen zurückgriff.)
Wahrscheinlicher ist allerdings ein Zusammenhang mit dem Namen der Blender Emte, eines alten
Bachlaufs, der vom Alveser See kommend an Blender
vorbeiläuft und nur wenig östlich von Intschede in die Weser
fließt. Die Bedeutung wäre dann etwa „Hügelkuppe an der
Emte“. Letzterer Name hängt wahrscheinlich wie die Ems oder
die Ohm mit
indoeuropäisch *am =
„Wassergraben, Flussbett“ zusammen.
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Wie der Nachbarort Schwarme
gehört Martfeld zu den
am schwersten deutbaren Ortsnamen im Raum der nördlichen
Mittelweser. In der Historisch-geographisch-statistischen
Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz des Nienburger
Heimatforschers Heinrich Gade aus dem Jahr 1901 wird die phantasievolle
Deutung als „Märzfeld“ des alten sächsischen Stammesverbandes
vorgebracht. Hierbei handelt es sich um Stammes- und Heerversammlungen
im fränkischen Reich, die sich vom römischen Campus Martius herleiten, dem „Feld
des Kriegsgottes Mars“ vor
den Toren Roms, das
in der Zeit der römischen Republik für ähnliche Zwecke
verwendet wurde. Zwar hätte sich die geographische Lage Martfelds
in der Mitte des alten sächsischen Stammesherzogtums zweifellos
hervorragend
zu solchen Zwecken geeignet, aber diese Interpretation würde
bedeuten, dass die Sachsen lange vor ihrer zwangsweisen
Christianisierung durch die Truppen Karls des Großen den
lateinischen Begriff als Lehnwort und die Institution als Stammesrecht
übernommen hätten, was eher unwahrscheinlich ist. Darüber hinaus ist der Ort zuerst 1179 als Merdvelde belegt, sodass man
weniger nach Mars als nach Merd-
Ausschau halten sollte. Hier bieten sich allerdings einige eher
unvorteilhafte
Bedeutungen an: Indoeuropäisch *mer-
= „schmutzig, dunkel, stinkend“ führt etwa zu altniederdeutsch *marthar = „Marder“ („das stinkende
Tier“), lateinisch merda =
„Kot“, russisch smerdétь = „stinken“, oder altpreußisch smorde = „Faulbaum“, sodass sich
eine
Deutung als „stinkendes Feld“ ergibt, was sich vielleicht auf den
Mallen bezieht, ein altes Niedermoor, das sich früher zwischen
Martfeld und Eitzendorf erstreckte. Geradezu schauerlich wird es bei
einer möglichen Verbindung mit indoeuropäisch *mer- = „sterben“, die zu einer
Deutung als „Mordfeld“ führt. Schmeichelhafter ist die
Herleitung von altniederdeutsch maritha
= „Ruhmestat, Wunder“, was tatsächlich eine Bedeutung als
Schlachtfeld oder dergleichen nahelegen würde. Weniger sinnvoll
ist die Verbindung mit altniederdeutsch mersk = „Marsch“, da die Umgebung
früher aus sandiger Vorgeest bestand und
Martfeld zu weit von der Weser entfernt liegt, um mit der Flussaue in
Verbindung gebracht zu werden. |
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Dieser zuerst 1214 als Seuerne beurkundete Ort (weitere überlieferte Namensformen aus dem Mittelalter sind Swerna, Suerne, Swarn) gehört zusammen mit Martfeld und Blender sicher zu den ältesten Siedlungen in der hiesigen Region. Davon zeugten früher die vielen Urnenfriedhöfe, die bis zur Gemeinheitsteilung von 1823 vorhanden waren, ebenso wie die nahe gelegenen Megalithgräber, deren Findlingsblöcke erst Anfang des 20. Jahrhunderts für Bauzwecke gesprengt wurden. Die günstige, hochwasserfreie Lage am Rande der Sand- und Vorgeestinsel um Martfeld herum und in der Nähe der Eyterniederung, die vor dem Deichbau bei Weserhochwasser einen nicht unbeträchtlichen Teil des fruchtbaren Schwemmlands aufnahm, muss bereits sehr früh eine landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht haben (im 17. Jahrhundert zahlten Martfeld und Schwarme sogar für den Unterhalt eines Überfalls im Weserdeich bei Hoya, um weiter auf diese Weise vom Hochwasser profitieren zu können). Entsprechend dunkel ist die Herleitung des Ortsnamens, die ähnliche Schwierigkeiten bereitet wie im Fall des wohl verwandten Schwerte bei Dortmund (962 zuerst als Suerte erwähnt). An urgermanischen Anknüpfungspunkten findet sich etwa *swer- = „surren“, die Wurzel des hochdeutschen Worts „Schwarm“, was aber für einen Ortsnamen wenig Sinn ergibt („Ort mit vielen Bienenschwärmen“?) Weiterhin wäre *swero = „Riese“ eine Möglichkeit, falls germanische Neusiedler angesichts der „Hünengraber“ einen früheren Wohnplatz von Riesen vor sich glaubten, eine Verbindung zu altenglisch swíer aus urgermanisch *sweri = „Hals, Pfahl, Pfosten“ oder irgendein Zusammenhang mit dem Stammesnamen Svear (die Schweden), der von urgermanisch *saiwa = „See“ abgeleitet sein könnte. Eine Möglichkeit wäre noch eine Ableitung von dem Kolonisatorennamen Sweder (siehe Schweringen), aber in diesem Fall würde man einen der dafür typischen Suffixe wie -ingen, -heim, -husun oder -thorpe erwarten. Wahrscheinlicher ist ein im Laufe der Zeit zu -ne verschliffenes -ina in der Bedeutung „Wohnstätte“ (siehe Varste). Etwas sehr weit hergeholt, aber angesichts der
möglicherweise vorgermanischen Wurzeln immerhin nicht
auszuschließen ist
ein Zusammenhang mit dem englischen Fluss Severn, der nach einer keltischen
Gottheit Sabrina benannt sein
soll (alte Fluss- und Gewässernamen sind in ganz Westeuropa
erstaunlich einheitlich). Letztendlich kann aber die Bedeutung des
Namens Schwarme wohl nicht
mehr geklärt werden. |
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Auch der Ortsname der südlichen Nachbargemeinde Magelsens stellt eine ziemliche Kopfnuss dar: Das heutige niederdeutsche Wienbargen würde direkt übersetzt „Wein-Bergen“ heißen, aber weder gibt es an dieser Stelle erkennbare Bodenerhebungen, noch kann man sich vorstellen, dass hier in der Überschwemmungszone direkt an der Weser jemals Wein angebaut worden ist ... Man muss also wohl etwas um die Ecke denken. Der erste Namensbestandteil des zuerst 1179 als Winbergen
belegten Ortes könnte sich von dem alten
Personennamen Wino herleiten, einer Kurzform von Winifred,
Winalt, Edwin, Baldwin, Godwin, Winand usw., oder von wini
selbst, das im
Altniederdeutschen die Bedeutung „Freund“ hatte. Ganz sicher ist
das allerdings nicht, da das -i- in diesem Wort kurz
gesprochen wurde, es müsste also heute eigentlich *Winnbergen
heißen (bei Edwin oder Winand
ist das -i- allerdings auch lang), da die Silbe geschlossen ist
und daher von der Vokallängung im Mittelniederdeutschen (siehe Magelsen) nicht erfasst
worden wäre.
Etwas
weit hergeholt scheint eine Deutung zu sein, die Wien- als
Verschleifung von wīhian,
altniederdeutsch für „weihen“, interpretiert, was irgendeine
religiöse Bedeutung des Ortes voraussetzen würde.
Möglich
ist immerhin eine Verschleifung von mittelniederdeutsch wîe
=„Weihe“ (dem Raubvogel). Die letzte und vermutlich richtige
Deutungsmöglichkeit
ergibt sich aus dem namensmäßig verwandeten Wienhausen
an der Aller bei Celle. In der Nähe gibt es dort einen Bach
namens Wiehe, und wahrscheinlich handelt es sich hier um den
„Weidenfluss“ – entweder in der botanischen Bedeutung, da dieser Baum
im örtlichen Niederdeutschen noch
heute Wiehe heißt,
oder als Synonym von „Wiese“. Für Letzteres sprechen die alten
Flurnamen Bügerwiehe und
Donatorienwiehe
für die Allerwiesen südlich Verdens, die Mahndorfer Wiehe an der Weser bei
Auhusen
sowie der Name des untergegangenen Wiehusens im südlichen
Magelsen Weserbogen, der noch heute in dem Flurnamen in de Wiehen = „in den Weiden“
erhalten ist. Was -bergen angeht, lässt sich, wie gesagt,
keine
Erhebung erkennen, die aus der Schwemmlandebene hervorragt, allerdings
könnte sich wie bei Amedorf eine
Aufwerfung der Niederterasse unter der heutigen Bodenfläche
verbergen, die aufgrund der Dicke der Auenlehmschichten nicht mehr
erkennbar ist. Falls sich Wien-
dann noch vom Weidenbaum herleitet, wäre Wienbergen damit interessanterweise
die örtliche Version des Viminalis
collis („Weidenhügel“), eines der sieben Hügel, auf
denen Rom erbaut wurde. Ist dies nicht der Fall, wird man das Wort auf „bergen“ oder „das Geborgene“ beziehen müssen, einen Schutzort inmitten von Bruchwald und Feuchtwiesen, oder auf „Burg“ als befestigten Adelshof, man vergleiche etwa das ähnlich gelegene Ritzenbergen, bei dem die Endung 935 als -burgi überliefert ist. Weitere Möglichkeiten wären ein Zusammenhang mit altniederdeutsch berke, also „Birke“, mit barg, einem alten Wort für „Scheune“ oder „Dach“ (vergleiche das englische barn oder die Bezeichnung Haubarg für die großen Bauernhäuser der Halbinsel Eiderstedt), oder mit altenglisch bearo, das heißt „Eich- oder Buchwald“. In allen diesen Fällen wäre das -bergen eine hochdeutsche Uminterpretation des niederdeutschen Wortes, was ja nicht unwahrscheinlich ist und bereits für Hoya festgestellt wurde. Am plausibelsten ist also eine Bedeutung, die etwa „Beim
Hof
des
Wino“, „Beim Weidenhof“ oder „Weidenhügel“ lauten könnte und
auf einen
Ortsgründer dieses
Namens, eine Nutzung als Weideland oder auf einen charakteristischen
Baumbewuchs verweist.
Alternativ könnte sich eine
Siedlungsgenossenschaft in die hiesige Weseraue vorgewagt haben, die
die sich als „die Freunde“ bezeichneten, womit der Ort dann „bei
den Höfen der Freunde“ hieße. Ebenfalls möglich ist
„bei den Waldhöfen“ oder gar „im geweihten Eichwald“;
sicher entscheiden kann man das heute nicht mehr. |
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Dieser aus wenigen Höfen bestehende Ort an der Weser gegenüber Barme ist zuerst als Hinxt belegt und wird gerne mit altniederdeutsch hangen = „hängen” in Verbindung gebracht, was eine Ortsbedeutung wie „Hanglage, Abhang“ oder dergleichen ergeben soll. Das ist allerdings eher unwahrscheinlich, da die Topographie hier keinerlei Abhänge zum Fluss hin aufweist und man wieder auf hypothetische, inzwischen verlandete Aufwerfungen der Niederterasse verweisen müsste; tatsächlich verlandet ist in der Umgebung aber nur eine alte Weserschleife, deren Verlauf um Hingste herum auf der Landkarte noch gut erkennbar ist. Mit Blick auf Varste (aus Faristina), Westen (aus Vestene) oder Dorsten (aus Durstina) ließe sich
außerdem auch eine hypothetische Urform wie etwa *Hengistina rekonstruieren, was
soviel wie „Hengst-Ort“, vielleicht „Hengst-Weide“ bedeutet hätte,
oder auch „Hof des Hengist“, wenn man voraussetzen will, dass der
angelsächsische Königsname Hengist bei den
Vettern auf dem Kontinent auch für Großbauern in der
Wesermarsch üblich gewesen sein sollte. Nichts zu tun hat der Name mit der Insel Zingst, die zuerst als Cynsk belegt ist, was sich von
westslawisch *zeno = „Heu“
herleiten dürfte; allerdings mag der ähnliche Klang von
Worten wie mittelniederdeutsch hingest
= „Hengst“ die dortigen, aus Nordwestdeutschland stammenden Neusiedler
im 13.
Jahrhundert zu einer
ähnlich klingenden Umlautung verleitet haben.
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Dieser Ort ist zuerst 1234
als Hilgerrmiszen belegt;
kurz vorher fand hier eine Schlacht zwischen Graf Heinrich I. von Hoya
und den Stedingern statt,
die leider ersterer für sich entscheiden konnte. Der
Sage nach stand an dem Ort ein untergegangenes Kloster, was zu einer
Deutung
als Hilige Messen = „Heilige Messe“ geführt hat. Nun
liegt der Sage aber keinerlei historischer Kern zugrunde (eher handelt
es
sich um die phantasievolle Ausschmückung einer volksetymologischen
Namensdeutung), außerdem wäre die Namensgebung nach einer
kirchlichen Veranstaltung auch eher ungewöhnlich. Das Grundwort -missen ist wahrscheinlich eine Abschwächung des altniederdeutschen *mussian = „Sumpf, Sumpfwald“; vergleichbare Ableitungen des urgermanischen *musa sind das süddeutsche Moos (Erdinger Moos, Dachauer Moos etc.) oder das dänische mose = „Moor“. Im Schwarzwald bezeichnet „Misse“ noch heute ein sumpfiges Waldstück, die Bezeichnung findet sich etwa im Straßennamen „In der Misse“ in Ebhausen. Orte namens Missen gibt es bei Elmshorn, im Allgäu und in Brandenburg. Bei Hildesheim gibt es ein 985 zuerst erwähntes Algermissen, wobei Alger wohl eine Zusammenziehung des Personennamens Adelger (Adel + ger = „Speer“) darstellt. Überträgt man diese Interpretation auf Hilgermissen, ergibt sich für das Bestimmungswort eine Herleitung von Hildeger (hiltja = „Kampf“ + ger = „Speer“), der ursprüngliche Ortsname wäre also etwa *Hiltgeresmissen und würde „Sumpfwald des Hildeger“ bedeuten. Ein ähnlicher Ortsname findet sich in Barmissen in der Nähe Kiels, das wohl „kahler Sumpfwald“ bedeutet. |
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Hier scheint sich zunächst eine Bedeutung als
„Weg-Holz, Waldstück am Weg“ anzubieten, weil sich Wechold scheinbar in
niederdeutsch Wech-Holt
trennen lässt. Der Name ist allerdings zuerst 1179 als Wechlede
überliefert, was zu
dieser Deutung nicht besonders gut passt; außerdem ist die
heutige niederdeutsche Bezeichnung Wecheln,
das -hold scheint also eher
als hochdeutsches Missverständnis in den Namen gekommen zu sein. Wechlede ist als „Wegleite“ gedeutet worden, also als „Ort, über den der Weg führt“, was aber keine besonders gute Motivation für eine Ortsbenennung zu sein scheint; davon abgesehen ist Wegleite erst als Lehnwort in den deutschen Bibelübersetzungen der frühen Neuzeit geprägt worden, und am Ort war im Mittelalter ein Adelsgeschlecht namens von Wechelde ansässig, was eine Grundform *Wechelede nahelegt. Leider lässt sich nun sowohl für Wech- bzw. Weche- als auch für -lede eine Vielzahl von Deutungen vorbringen: Grimms Wörterbuch enthält Leede = „wüst liegendes Stück Land“, aber der Begriff ist eher aus Mitteldeutschland belegt und soll auf ein älteres niederdeutsches legte = „Niederung, Eichwald“ zurückgehen (nordfriesisch dat läiged), passt also phonetisch nicht so gut. Dann könnte -lede eine Verschleifung des Suffixes-lithi sein, der sich in vielen alten Ortsnamen findet, aber wegen seiner Deutung als „abhängendes Gelände“ ebenfalls weniger in Frage kommt: Wechold liegt auf der Niederterasse, also können hier keine hypothetischen Bodenerhebungen durch den Auenlehm verdeckt worden sein. Ein ebenfalls weit verbreitetes Grundwort von Ortsnamen ist -ithi, -ede, das als „Flur im allgemeinen“ gedeutet wird, allerdings müssten wir dann das -l- zum Bestimmungswort geben und erhielten *Wechel. Die wahrscheinlichste Lösung ist eine Herkunft von altniederdeutsch *lêda = „Leitung, Graben, Wasserlauf“, denn in vorgeschichtlicher Zeit dürfte ja die hiesige Gegend von allerlei Moorwassern, Bachläufen oder sogar Entwässerungsgräben durchzogen gewesen sein. Die Interpretation von Wech-
als „Weg“ ist ebenfalls problematisch, da der Ortsname von Anfang an
mit -ch- geschrieben wurde,
während die niederdeutsche Palatalisierung von -g- zu -ch- am Ende von Wörtern
jüngeren Datums ist (sonst würden die Wörter nicht mit
<g>, sondern mit <h> geschrieben).
Eine weitere Möglichkeit ist
eine Verschleifung von altniederdeutsch wido = „Wald“, das auch in anderen
Ortsnamen im Lauf der Zeit zu wege
oder wehe entstellt wurde.
Grimms Wörterbuch informiert uns allerdings, dass Wechel ein alter Name des Kalmus
(auch „Magenwurz“) ist, einer Röhrichtpflanze, die wild an
Gräben, Teichrändern und Flußufern wächst, was die
Deutung von *Wechelede als
„Röhrichtgraben“ (mit *lêda)
oder „Ort, wo viel Röhricht wächst“ (mit -ede) nahelegt. Nicht ganz
auszuschließen ist auch ein Zusammenhang mit Wichel, das in einigen
norddeutschen Dialekten „Weidenbaum“ bedeutet; allerdings legen ja Wiehusen, Wienbergen und der Flurname in de Wiehen bei Magelsen nahe,
dass die Weide in unserer Gegend Wiehe
genannt wurde (und noch wird). |
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Dieser Ortsname lässt sich am besten durch die
Annahme
einer
Gründerpersönlichkeit namens Ubbo
erklären, einer im Mittelalter in Norddeutschland und vor allem
Friesland weit verbreiteten Kurzform des Namens Ubald
bzw. Hugbald („Der
mit dem kühnen Sinn“). Der Genitiv von Ubbo
hätte im Altniederdeutschen Ubbon
oder Ubben gelautet,
sodass die zuerst 1193 überlieferte Namensform Ubbenthorpe
vermutlich einfach „Dorf des Ubbo“ bedeutet; die Ortsgründung kann
also zu diesem Zeitpunkt nicht allzu weit in der Vergangenheit gelegen
haben. Ebenso wie das früher bei Magelsen gelegene Eggerikessen weist Ubbendorf damit einen typisch friesischen Kolonisatorennamen auf. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der Expansion der Friesen im 6. und 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, deren Hauptrichtung von Westfriesland entlang der von den Sachsen verlassenen Küstenregionen bis zum heutigen Nordfriesland verlief, aber durchaus auch Teile des Binnenlands einbezogen haben könnte. Eine weitere Möglichkeit wäre eine –
allerdings unklare – Verbindung
mit dem germanischen Stamm der Ubier,
die um die Zeitenwende in der Gegend von Köln siedelten, aber
das scheint wegen der großen zeitlichen wie räumlichen
Distanz wenig wahrscheinlich. Die Bahlow'sche Sumpfschule nimmt
ein
hypothetisches Wort *ub für „Sumpf“ an, für das
ebenfalls keinerlei aussagekräftige Belege vorliegen. |
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Zuerst 987 als Maringen
belegt. Das weit verbreitete Grundwort -ingen wird in der Regel
als Lokativ von -inger interpretiert, eines Ableitungssuffix,
durch den aus einem Personen- ein Sippenname wird – so sind etwa die „Ratzinger“ die „Leute des Radolf“ oder die „Eitzinger“ die „Leute des Eitzo“; in Süddeutschland
ist diese Bildung häufiger vertreten. Das bekannteste
Beispiel ist Sigmaringen
= „bei den
Leuten des
Sigmar“. Mehringen könnte
sich also von dem Personennamen Maro
(Kurzform von Marbod usw.)
herleiten und „Bei den Leuten des Maro“ bedeuten. Eine andere Erklärung würde von urgermanisch *mari
=
„Sumpf, Weiher, Pfuhl, Lache“ oder mar,
friesisch für „Wassergraben“ ausgehen, sodass der Ort „Bei den
Sumpfleuten“ oder „Bei den Leuten vom
Wassergraben“ hieße. Eine weitere Möglichkeit wäre die
Interpretation von -ing als
Verkleinerungsform (so ist etwa Henning
ein Diminutiv von Heinrich),
der Name würde also „Beim kleinen Weiher“ bedeuten, was ja wegen
der
zahlreichen Altarme und Kolke in der Gegend nicht überraschend
wäre. |
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Die erste Erwähnung dieses Ortes erfolgte
wahrscheinlich im ca. 865 entstandenen Leben des heiligen Willehad, wo
für das Jahr 760 ein Wunder berichtet wird, das in einem Ort
namens Bokkenhusen im Largau stattgefunden haben soll: Ex pago quoque
supra
dicto (= Largau) de
villa Bokkenhusun, quidam adolescens multo iam tempore paraliticus,
ad eundem locum deductus, divino nutu incolomitati pristinae redutus,
ad propria rediit sanus. Da es sonst keinen passenden Ortsnamen in
der
Gegend gibt, dürfte Bücken das Dorf sein, in dem dieser
Gelähmte durch göttliche Einwirkung die
Funktionsfähigkeit seiner Glieder zurückerhalten hat. Bereits 882 wurde das hiesige Stift durch Erzbischoft Rimbert
gegründet, daher sind weitere sehr frühe Namensnennungen
überliefert, etwa 937 als Bukkiun,
967 als Bukkun oder 988 als Bukkiun. Adam von Bremen
führt den Ort in der Gesta
Hammaburgensis um 1075 als Bucien
oder Buggin auf, im Laufe des
Mittelalters rundete sich der Vokal dann zu -ü-, was zu der heutigen Form
führt, die auch im Niederdeutschen gleich ist. Die Ortsnamenforschung bringt Bücken mit Bückeburg und dem Bukkigau weiter weseraufwärts in Verbindung; alle Namen würden auf den Ausdruck „Gebück“ zurückgehen, mit dem man im Mittelalter Grenzanlagen in Heckenform bezeichnete, die aus gebeugten („gebückten“) Gebüsch bestanden und politische Grenzen oder ganz allgemein Feldränder sicherten. Das könnte stimmen, weil Bücken offenbar an der südlichen Grenze des Largaus liegt, der Deutung entgegen steht allerdings der Umstand, dass solche Hecken an der nördlichen Mittelweser wie überhaupt in Norddeutschland Knick genannt wurden (und werden) und im Mittelalter für größere derartige Anlagen eher der Ausdruck Landwehr gebräuchlich war. Das bekannteste Beispiel für ein Gebück ist das Rheingauer Gebück in Hessen, weiter nördlich findet sich noch der Flurname auf der Buick (gesprochen „Bück“) bei Repelen am Niederrhein, wo sich im Mittelalter ebenfalls eine Landwehr befand. Im heutigen Niederdeutschen wird Bück manchmal als Plural von Buck = „Bock“ gebraucht
(örtlich heißt es allerdings eher Bock mit Plural Böck), man könnte also an
eine Erklärung als „bei den Böcken“ denken, etwa weil es sich
um eine alte Kultstätte des Donar gehandelt
hätte (dessen Wagen von Ziegenböcken gezogen wurde),
deren religiöse Bedeutung dann das Christentum ausgenutzt
hätte. Allerdings passt das nicht zu Bokkenhusun, das in diesem Fall
grammatisch korrekt *Bokkeshusun
heißen müsste. Entweder Bukkun
ist also der ältere Name, an den man ein eigentlich
überflüssiges -husun
gehängt hat, oder die Erklärung stimmt nicht. Am prosaischsten (und wahrscheinlichsten) ist die Herleitung von dem Personennamen *Bokko oder Bukko (für das Frühmittelalter belegte Kurzform von Burkhardt), der gut zu der Endung auf -husun passt, von der eine eher junge Gründung nahegelegt wird. Der Genitiv von *Bokko hätte *Bokkun oder *Bokkon gelautet, also stimmt die Grammatik auch, und der Ort hieße somit einfach „Burghardtshausen“. Und das Stift wurde vermutlich weniger wegen alter germanischer Heiligtümer an dieser Stelle gegründet, sondern wegen Willehads Wunder oder weil sie weit genug südlich lag, um dem Bremer Erzbischof eine sichere Zuflucht bei Wikingerüberfällen zu bieten. |
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Bei diesem Ort auf dem rechten Weserufer ist die
Quellenlage nicht eindeutig: Die erste Erwähnung erfolgt 929
anlässlich der Errichtung der Kirche als Hastling, im weiteren Verlauf des
Mittelalters ist der Name aber als Haslo
(1300) oder Haszle (1359)
überliefert, was wegen altniederdeutsch lô = „Wald“ (vergleiche etwa
den Sellingsloh) zu einer
Deutung als „Haselwald“ geführt hat. Der Haselstrauch hieß
noch im Mittelalter auf Niederdeutsch hassel
(wurde also ebenfalls mit kurzem -a-
und
scharfem -s- gesprochen). Tatsächlich sind hier uralte Siedlungsspuren zu finden, etwa eine Tontrommel aus der Jungsteinzeit, deren Überreste im Kreismuseum Syke zu bewundern sind. Auch die Bronzezeit ist mit einer Lanzenspitze vertreten, und so wurde die alte Richtstätte der Grafschaft am Ortseingang von Hoya her denn auch als frühere Kultstätte Wodans interpretiert, da diesem germanischen Gott der Haselstrauch heilig gewesen sei. Die Verwendung als Richtstätte ist aber nur
für einen relativ späten Zeitraum belegt, und falls die
Ersterwähnung als Hastling
kein Hörfehler des
Schreibers war (der aber nicht allzu weit entfernt im Stift Bücken
saß und daher den richtigen Namen gekannt haben muss), sollte man
wegen des typischen -ing auch
einen Kolonisatorennamen in Betracht ziehen, beispielsweise von einer
Koseform *Hasto (vergleiche
den Familiennamen Hastlinger),
die allerdings nicht belegt ist. Der Name wäre dann später
nicht mehr verstanden und volksetymologisch als „Haselwald“ umgedeutet
worden. Eine ähnliche Umdeutung hätte stattgefunden, falls
ein alter Bach- oder Gewässername wie *Haste zugrunde liegt, man denke
etwa an den Hastebach in
Hameln oder die Ortsnamen Hastenhusen
oder Hastenrath. Die
Bedeutung der Haste-Namen ist
allerdings unklar, und man findet -ling
auch in Namen für Wald-, Sumpf- oder Hügellandschaften wie
den Drömmling, den Hümmling oder den Solling, also könnten -ling und -lo auch nebeneinander (und mit
gleicher Bedeutung) gebraucht worden sein, und der Name würde sich
doch vom Haselstrauch herleiten. |
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Mit Eis-, Eys- usw. beginnende Ortsname
werden in der Regel mit einem Personennamen Îso- erklärtI, einer
Verkürzung von alten Namen wie Isenfried
( isan =
„Eisen“ + fridu = „Schutz vor
Waffengewalt,
Friede“) oder Isbert (isan = „Eisen“ + beraht = „glänzend“). Demnach
hätte der Ortsgründer diesen Namen getragen; -trup stellt eine von Westfalen bis
Dänemark häufig vorkommende Umstellung des älteren *thorpe = „Dorf“dar (wie bei Holtrup). Dies ist allerdings in diesem Fall keine sehr gute
Erklärung, da
der Wandel von langem î
zu ey oder ei ein süddeutsches
Phänomen ist und der Ort auf Niederdeutsch noch heute Eestrup (['eɪstrʊp]) und nicht *Ihstrup heißt, wie in diesem
Fall zu erwarten wäre. Die Diphtongierung hat also wohl eine
andere
Ursache und verhält sich wie bei niederdeutsch Eek und hochdeutsch Eiche. Dies könnte schon ein Hinweis auf die
tatsächliche Bedeung sein, da die ähnlichen dänischen
bzw.
schleswigschen Ortsnamen Østrup,
Estrup
oder Jestrup (auf
Jütland; 1449 Jegstrop,
1472 Eyestrop, 1556 Jestrup) entweder auf einen alten
Bachnamen Esa oder
auf altdänisch eki =
„Eichenwäldchen“
zurückgeführt werden; in letzterem Fall würde bei Eystrup eine ähnliche
Erweichung des Mittelkonsonanten wie bei Hoya
zugrundeliegen und die rekonstruierte
älteste Form wäre *Ekisthorpe
oder *Egisthorpe, worauf auch
schon
das -y- in der Schriftform des
Namens
schließen lässt. Eine
ähnliche Erklärung gilt aber wohl auch für das verwandte
Eisdorf
im Harz, in der Lüneburger Heide findet sich außerdem
tatsächlich ein Egestorf. Der Interpretation als „Eichenwalddorf“
entgegen steht allerdings die Beobachtung, dass
nordwestdeutsche Ortsnamen mit ursprünglichem Bestandteil Ēk-
= „Eiche“ eher Zetazismus als Erweichung zu -j- zeigen (siehe Eitzendorf, Eitze,
Itzehoe)
und der
erste Namensbestandteil die falsche Genitivform hat, sodass entweder
„mikro-dialektale“ Unterschiede eine Rolle spielen oder doch ein
Personenname zugrundliegt, etwa Eginhard
(agi = „Schrecken“ + hard = „kräftig, stark“) oder Eggerik (siehe Eggerikessen); die
älteste Form wäre dann beispielsweise ebenfalls *Egisthorpe, würde aber „Dorf
des Egi” bedeuten.
Dies ist wohl die wahrscheinlichste Erklärung. |
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Der Name erklärt sich mehr oder weniger von selbst:
Holt bedeutet auch
im heutigen
Niederdeutschen noch „Holz“, -trup
stellt eine von Westfalen bis Dänemark recht häufig
vorkommende Umwandlung
des ursprünglichen thorpe
= „Dorf“ dar. Ein zugrunde liegendes
*Holthorpe würde also
einfach
„Holz-Dorf“bzw. „Dorf im Wald“ bedeuten. Ohne die Umwandlung finden
wir denselben Namen als Holtorf
(niederdeutsch Holtdörp)
zwischen Morsum und Thedinghausen. |
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Der 1139 als Sveringe
zum ersten Mal erwähnte Ort hat entweder denselben unklaren
Ursprung wie Schwarme, oder er erklärt
sich
von einem Personennamen wie Sweder
oder Swider (swind + heri = „mächtiger
Herr“). Für die erste Erklärung sprechen die Siedlungsspuren
aus der Bronzezeit, die hier archäologisch erschlossen wurden,
für die zweite das für die Völkerwanderungszeit typische
Grundwort -ingen, das
häufig an Kolonisatorennamen angehängt wurde (siehe Mehringen). |
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Hier scheiden sich die Geister, ob mit
dem in
Ptolemäos' Geographia genannten
Ortsnamen Tuliphurdun nun
dieser Ort oder das 10 km nördlich gelegene Verden (Diskussion der
Namensbedeutung siehe dort) gemeint war.
Möglich
ist beides: Die Umgebung des auf einer hochwassersicheren
Weserranddüne
am Ostufer des Flusses liegenden Dörverden weist Siedlungsspuren
auf,
die in die Bronzezeit zurückreichen, insbesondere einen
großen, von 800
vuZ bis in die Sachsenzeit durchgehend belegten Urnenfriedhof; sicher
gab es also auch im 2. Jahrhundert eine mehr oder weniger bedeutende
Ansiedlung, und das -verden
weist möglicherweise wie bei Verden
auf
eine Furt hin, die allerdings im heutigen Weserlauf nicht mehr
erkennbar ist. Aus dem -l-
von Tuliphurdun könnte
durch Metathese
ein -r- geworden sein, die
Weiterentwicklung von Tur- zu
Dör- wäre dann aber
ungewöhnlich, weil die Lautverschiebung bei den germanischen
Sprachen
eigentlich umgekehrt verläuft (also von d- nach t-) und niederdeutsch dör („Tür“ bzw. „durch")
normalerweise auf
altniederdeutsch *dôr
zurückgeht. Zudem führen hier keine alten Verkehrswege von Ost
nach
West über die Weser – wozu auch, auf dem anderen Ufer, bei Wienbergen, lag schließlich vor der Urbarmachung
im Frühmittelalter ein undurchdringlicher Sumpfwald, und nach
Osten
ging es in den ebenso ungastlichen Allerbruch. Eine weniger romantische
Erklärung
von Dör-Verden wäre
also die
als „Durch-Fahrt“ auf der alten Handels- und Heerstraße nach
Stade und
Hamburg,
die von Nienburg kommend hier in die Weser-Aller-Niederung eintritt, um
an der nächsten Furt bei Verden die Aller zu queren.
Natürlich riecht
das ein wenig nach Volksetymologie,
und es ist trotz allem möglich, dass Ptolemäos seine
Gewährsleute,
vermutlich römische Händler oder Soldaten, falsch verstanden
hat und Tuliphurdun
tatsächlich ein altes *Dorifardun,
*Dorifurdun oder
dergleichen
zugrunde liegt; wahrscheinlicher scheint mir aber die „Verdener
Lösung“
zu sein. |
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Der zuerst im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnte
Ort auf
der
anderen Weserseite liegt mit dem alten Ortskern etwas erhöht auf
einer Böschung am Flussufer. Dies erklärt bereits den
Namen, denn mittelniederdeutsch barme bedeutet einfach
„Böschung“, „Erdwall“ oder „Deichabhang“; im
Niederländischen gibt es noch heute das Wort berme mit
der gleichen Bedeutung. Barme ist also die „Siedlung an der
Uferböschung“ – tatsächlich tritt ja hier die
Dörverdener Weserdüne relativ nahe an den Fluss heran und
erlaubt das für die Gegend ungewöhnliche Raumerlebnis einer
ausgeprägten (und hochwasserfreien) Uferböschung. Zur
Herleitung des Wortes siehe Bremen. |
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Kleine Fische auch für
den Amateur-Ortsnamenforscher: Das bis ins 18. Jahrhundert
ebenfalls Riede genannte Rieda liegt unmittelbar an der
Weser, Riede in altem
Bruchland. Beides sind Orte, von denen man
jeweils erwarten kann, dass dort früher kleinere Wasserläufe
flossen, an denen im größeren
Umfang Schilf wuchs, wofür es wiederum im
Niederdeutschen die Ausdrücke Ried
bzw. Reet gibt
(vergleiche altniedereutsch rith
und das englische reed).
Die Namen, die bereits in den ältesten überlieferten Formen Ride, Rithe usw. lauten, bedeuten also
wohl soviel wie „Schilfland, Schilfbach“. |
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Die latinisierte Genitivform des Flussnamens findet sich
in alten römischen Quellen und frühmittelalterlichen
Chroniken wieder als Visurgis. Ebenso sind ab dem 8.
Jahrhundert
die Nominativformen Wisura, Wisera, Wisora,
Wisara oder Wisuraha
überliefert (als Wisara erscheint der Fluss beispielsweise
in einer altnordischen Form der Wieland-Sage im dänischen Codex
Regis von 1270). Noch bei Adam von Bremen heißt es 1075
ausdrücklich: Nobilissimi Saxoniae fluvii sunt Albis, Sala,
Wisara, qui nunc Wissula vel Wirraha nuncupatur. („Die
hervorragendsten Flüsse Sachsens sind die Elbe, die Saale
und
die Wisara, die man jetzt auch Wissula oder Wirraha nennt.“) Es ist
also anzunehmen, dass es sich bei Weser und Werra
in alter Zeit um ein und denselben Flusslauf gehandelt hat, wobei es im
Laufe der Zeit durch regionale sprachliche Ausdifferenzierung zu einer
Unterscheidung in zwei Teilflüsse gekommen ist. Dafür spricht
auch, dass der Fluss noch heute auf Niederdeutsch de Wersern oder de Werser heißt, was auf ein
für den gesamten Fluss geltendes Wirraha
zurückgehen muss. Der Name Wisara wurde früher als die
Wiesenreiche oder das Wiesenwasser gedeutet. Heute nimmt
man eher an, dass er auf eine indogermanische Wurzel namens *ueis/*uis =
zerfließen, fließen zurückgeht.
Urverwandte Namen finden sich in ganz Europa, von der polnischen Wisła
(Weichsel)
über die norwegisch-schwedische Visa bis hin zur
französischen Vézère (einem Zufluss der Dordogne) und der belgischen Vesdre. (Falls Ihnen der obige Text aus der Wikipedia bekannt
vorkommen sollte, schimpfen Sie mich nicht gleich einen Plagiator –
dort stammt er auch von
mir, und ich war zu faul, ihn groß zu ändern ...) |
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Der Flussname ist 781 als Alera, 803 als Elera, 1096 als Alara überliefert. Für seine Deutung gibt es zwei Möglichkeiten: 1) Verkürzung von *Eleraha, wobei *Eler auf urgermanisch *olisa = „Erle“ zurückzuführen wäre und aha (sprich: „Acha“) einem in Flussnamen häufigen alten Wort für „Wasser“ entspricht (vgl. lateinisch aqua). Der Baumname ist vom Niederdeutschen als Eller übernommen worden, was der Form Elera entsprechen würde. Aller würde also soviel wie „Erlenwasser“ bedeuten, was sich wahrscheinlich daraus herleitet, dass der Flusslauf großteils mit Erlen bewachsen war, einer Baumart, die bevorzugt auf nassen Standorten wächst. 2) In Hans Krahes System der alteuropäischen Hydronymie stellt der alte Name der Aller als Alara ein Beispiel für eine Reihe von Flussnamen mit der Wurzel al- dar, die über einen großen Teil Europas verbreitet sind und Krahe zufolge alle auf eine indoeuropäische Wurzel *el-/*ol- mit der Bedeutung „fließen“ zurückgehen. Urverwandt wären beispielsweise Alster, Iller, Elz oder Ilmenau. Krahes Hypothese wird allerdings in der Sprachwissenschaft kontrovers diskutiert. (Falls Ihnen der obige Text aus der Wikipedia bekannt
vorkommen sollte, schimpfen Sie mich nicht gleich einen Plagiator –
dort stammt er auch von
mir, und ich war zu faul, ihn groß zu ändern ...) |
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Der Name der 860 als Brema oder 937 als Bremun überlieferten Hansestadt wird in der Regel als ferner Verwandeter des indoeuropäischen *bherem = „hervorstehen, eine Spitze oder Kante bilden; Kante, Spitze“ gedeutet, der Wurzel von etwa mittelhochdeutsch brēm = „Einfassung, Rand“, neuhochdeutsch verbrämen oder englisch brim = „Rand“. Der Name würde sich also auf den Rand der Bremer Weserdüne beziehen, die hier in vorgeschichtlichen Zeiten in der Gegend der heutigen Böttcherstraße ein abfallendes Gelände zum Fluss hin gebildet haben muss. Mit Metathese, beziehungsweise wenn man statt des ersten -e- des Ausgangsworts das zweite verschluckt, ergibt dieselbe Wurzel niederländisch berme, mittelniederdeutsch barme = „Böschung, Erdwall, Deichabhang“ und liegt dem Ortsnamen Barme zugrunde. Der Name könnte allerdings auch einen etwas
indirekteren Weg zu der indoeuropäischen Wurzel beschreiben, da *bherem über die Bedeutung
„borstig,
stechen, Dorn“ auch zu mittelniederdeutsch brēme, brumme, altenglisch brēmel = „Heide, Ginster,
Brombeere, Brombeerstrauch“ geführt hat. Der Ort hätte also
die etwas poetischere Bezeichnung „bei den Brombeersträuchern“,
„bei den Ginsterbüschen“ oder dergleichen. Wie bei Verden gibt es auch hier
einen Ort in der Geographie Ptolemäos', der halbwegs auf die
geographische Lage Bremens passt und als Phabiranum aufgeführt wird.
Dies ließe sich mit der indoeuropäischen Richtungsangabe *per = „über etwas hinaus“
verbinden, sodass als Gesamtbedeutung etwa „Über dem Rand“ oder
„Hinter dem Ginsterbusch“ herauskäme, aber das sind natürlich
nur Spekulationen. |
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Den ältesten uns überlieferten Urkunden zufolge
erstreckte sich links und rechts der Weser von der Sebbenhauser
Weserfurt im Süden bis zur Huntemündung im Norden, im Osten
bis zum Hessewech, der
heutigen Bundesstraße 215, der
frühmittelalterliche Gau Lara,
lateinisch pagus Laras. Man könnte nun
mutmaßen, dieser Largau,
Laargau oder Lorgoe ginge auf die Gaueinteilung
des
vorchristlichen sächsischen Stammesherzogtums zurück, aber Adam
von Bremen führt ausdrücklich an, dass die Gaue Lorgoe und Wigmodia (das Gegenstück
nördlich der Weser) nach der fränkischen Eroberung aus zehn
älteren Gauen, deren Namen nicht bekannt sind, bei der
Konstituierung des Bistums Bremen neugebildet wurden. Die
Nachbarbezirke waren neben Wigmodia
der Lerigau
im Westen, der Sturmigau im
Osten
sowie Entegau, Derwegau und Grindringa im Süden. Erste Nachrichten über den Largau erreichen uns aus aus der Lebensbeschreibung des heiligen Willehad, des angelsächsischen Missionars der Friesen und Sachsen, der 787 in Worms zum Bischof geweiht und dann von König Karl in das heutige Nordwestdeutschland geschickt wurde, um das Bistum Bremen aufzubauen, dessen erster Bischof er dann wurde. Willehad reiste im Land herum, und wie bei Heiligen so üblich, soll er dabei allerlei Wunder gewirkt haben, deren Aufzählung wir unter anderem die Ersterwähnung von Orten wie Ganderkese, Oslebshausen, Bücken oder Oiste verdanken (Vita S. Willehadi, c. 8. Mon. Germ. S. S. II). Er muss dabei übrigens auch zwangsläufig durch Magelsen gekommen sein, denn in dem im Mittelalter untergegangenen Ort Eggerikessen, der in der Nähe Magelsens zur Weser hin lag, soll er eine verkrüppelte Frau geheilt und in Oiste einer Dame namens Frideberna die zu kurzen Glieder wieder auf Normalmaß gebracht haben. Die Grafschaftsrechte für den Largau sind bis etwa
1100 urkundlich
belegt; außer Gebrauch kam die Bezeichnung dann im
Spätmittelalter, als die Grafen
von Hoya die örtlichen Machtverhältnisse und
Verwaltungsstrukturen einer grundlegenden Änderung unterzogen und
ihre neugebildete Grafschaft in sogenannte „Ämter“ aufteilten. Die Bedeutung von Lara ist nicht eindeutig zu erschließen, vermutlich zählt die Bezeichnung aber zu den Namen mit -lar, Laar oder Leer (Laer, Laar, Lahr, Lohr, Wetzlar, Goslar, Leer usw.), die auf hleri zurückgeführt werden, was sowohl im Altnieder- als auch im Althochdeutschen soviel wie „umzäunter (Weide-) Platz“, „Viehgatter“ bedeutete (siehe Morsum). Der Laargau wäre damit ebenso wie der benachbarte Leergau der „Viehkoppelgau“ oder der „Gau der Viehzüchter“, was ganz gut zu der Überlegung passt, dass im flussnahen Marschland an der Weser vor der ins Hochmittelalter zu datierenden Einführung des Sechpflugs mit Streichbrett Heuwirtschaft und Viehzucht in unserem Raum sicher eine größere Rolle spielten als der Ackerbau. In der Lebensbeschreibung Willehads wird weiterhin
für
den nördlichen Bereich des Gebietes, das in späteren Zeiten Largau genannt
wurde, als Gaubezeichnung der Name Steoringa
erwähnt, und 1049 wird in einer Urkunde Kaiser Heinrichs III. der
Bremer Kirche eine Schenkung im pago
Lara vel Steiringa, also im „Lar- oder Steiringgau“
übertragen, offensichtlich scheint also zumindest für den
nördlichen Teil des Largaus auch dieser Name gängig gewesen
zu sein. Etwas verwirrend ist die Nachricht, dass Graf Lothar Udo I.
von Stade 1037 als „Graf im Largau und im Steiringgau“ bezeichnet wird,
worunter hier eindeutig zwei verschiedene Gaue zu verstehen sind;
möglicherweise spielen hier die Gaunamen aus vorfränkischer
Zeit doch noch eine Rolle, die heute allerdings nicht
mehr genau zu klären ist. Für die
Herleitung von Steor- oder Steir-, eventuell auch des
Ortsnamens Stuhr, könnte man auf
altfriesisch stiōra, stiūra = „steuern,
wehren, hindern“ zurückgreifen, sodass man zu einem „Gau der
Wehrhaften“ käme, was zu Wigmodia
passt, das sich aus wīg =
„Streit, Kampf“ und mōd =
„Mut“ zusammensetzt (nicht „Wümme-Gau“, wie vereinzelt zu lesen
ist). Die Bahlow'sche Sumpfschule nimmt hier
wie üblich ein „verloren gegangenes Sumpfwort“ stur an, und tatsächlich
geht die heutige Ortschaft Stuhr
auf das Flüsschen Sture
zurück, in dessen Bruchlandschaft der erzbischöfliche
Ministeriale Friedrich von Mackenstedt 1171
holländische Einwanderer ansiedelte, und auch der Martfelder
Ortsteil Stühr am Rande
des
ehemaligen Bruchlands südlich des Ortes weist in diese Richtung.
Die Bedeutung wäre also eher „Bruchwaldgau“ beziehungsweise „Gau
in der Gegend des Stuhrbachs“ oder dergleichen. Dies gilt
natürlich nur, falls der Steiringgau
wirklich etwas mit Stuhr zu
tun hat. |
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